Die Europäische Kommission hat heute im Rahmen ihrer dritten syndizierten Transaktion des Jahres 2023 EU-Bonds im Wert von 6 Mrd. EUR ausgegeben. Die Transaktion mit einer einzigen Tranche bestand aus einer Anleihe, die am 4. Juli 2034 fällig wird.
Die Nachfrage der Anleger nach EU-Bonds blieb hoch, und bei der Transaktion gingen Gebote in Höhe von insgesamt mehr als 54 Mrd. EUR ein, was zu einer etwa 9-fachen Überzeichnung führte.
Die heutige syndizierte Transaktion war die dritte im Rahmen des einheitlichen Finanzierungskonzepts, das die Kommission im Januar 2023 als ihre Hauptfinanzierungsmethode eingeführt hat. Auf dieser Grundlage gibt die Kommission – im Namen der EU – EU-Bonds mit einheitlicher Wertpapierbezeichnung aus, anstatt Anleihen mit verschiedenen Bezeichnungen für einzelne Programme zu begeben.
Mit der heutigen Transaktion hat die Kommission 30 Mrd. EUR mobilisiert; ihr Finanzierungsziel für das erste Halbjahr 2023 liegt bei 80 Mrd. EUR. Von dem Finanzierungsziel von 80 Mrd. EUR werden etwa 70 Mrd. EUR für das Aufbauprogramm NextGenerationEU und rund 10 Mrd. EUR für das Programm Makrofinanzhilfe+ (MFA+) für die Ukraine bereitgestellt.
Im EU-Finanzierungsplan sind alle im Rahmen des einheitlichen Finanzierungskonzepts für das erste Halbjahr 2023 geplanten Transaktionen aufgeführt.
Hintergrund
Die Europäische Kommission nimmt im Namen der Europäischen Union Mittel an den internationalen Kapitalmärkten auf und gibt diese im Rahmen verschiedener Anleiheprogramme an Mitgliedstaaten und Drittländer weiter.
Ihr am besten ausgestattetes Programm ist NextGenerationEU; damit sollen für die wirtschaftliche Erholung Europas von der Coronavirus-Pandemie bis zu 800 Mrd. EUR in Europas Nachhaltigkeit, digitale Lösungen und Resilienz investiert werden. Bislang wurden im Rahmen der Aufbau- und Resilienzfazilität bereits rund 144 Mrd. EUR an EU-Länder ausgezahlt. Für andere EU-Programme, die Mittel aus NextGenerationEU erhalten, wurde weitere Unterstützung bereitgestellt.
Über das mit 18 Mrd. EUR dotierte Programm Makrofinanzhilfe+ erhält die Ukraine im Laufe des Jahres 2023 fest einplanbare Unterstützung. Die Europäische Kommission hat im Namen der EU am 17. Januar 2023 bereits die ersten 3 Mrd. EUR im Rahmen des Programms ausgezahlt. Im Vorfeld wurden 2022 von der Kommission 7,2 Mrd. EUR an MFA-Soforthilfedarlehen für die Ukraine aufgebracht. Bis dahin hatte die EU der Ukraine seit 2014 im Rahmen von fünf MFA-Programmen mehr als 5 Mrd. EUR bereitgestellt.
Dank des einheitlichen Finanzierungskonzepts wird es möglich sein, die für NextGenerationEU entwickelten Finanzierungsinstrumente in gleicher Weise für andere Darlehensprogramme einzusetzen. Auf dieser Grundlage können durch Mittelaufnahme finanzierte EU-Programme flexibel aus den Erlösen einer einzigen Emission von EU-Bills und EU-Bonds finanziert werden. Dadurch dürften EU-Wertpapiere auch fungibler und liquider werden.
Damit EU-Bonds noch liquider werden, bereitet die Kommission derzeit einen Rahmen vor, um Anlegern Kursofferten für EU-Wertpapiere zu machen, und beginnt mit dem Aufbau einer Rückkauffazilität zur Unterstützung der Marktteilnehmer beim Handel mit ihren Anleihen, die Anfang 2024 einsatzbereit sein soll.
Die heutige Anleihensyndizierung 11-jährige Anleihe Die Anleihe ist am 4. Juli 2034 fällig. Sie hat einen Kuponwert von 3,25 % und erreichte eine Reoffer-Rendite von 3,359 %, was einem Preis von 98,968 entspricht. Der Spread gegenüber dem Mid-Swap-Satz liegt bei +13 Basispunkten, was +67,7 Basispunkten über den am 15. Februar 2033 fälligen Bundesanleihen und +7,2 Basispunkten über den am 25. Mai 2034 fälligen französischen Staatsanleihen (OAT) entspricht. Das endgültige Orderbuch wies über 54 Mrd. EUR aus. Als Konsortialführer für diese Transaktion fungierten Commerzbank, Goldman Sachs Bank Europe, HSBC Continental Europe, Morgan Stanley Europe und Société Générale. |
Folgeemission der 11-jährigen EU-Anleihe:
Geografische Verteilung | |
Vereinigtes Königreich | 28,9 % |
Frankreich | 13,7 % |
Deutschland | 10,0 % |
Nordische Staaten | 9,6 % |
Italien | 9,4 % |
Iberische Halbinsel | 9,0 % |
Benelux-Staaten | 8,3 % |
Andere EU-Länder | 6,9 % |
Sonstiges europäisches Drittland (Nicht-EU-Land) | 2,6 % |
Asiatisch-pazifische Länder | 1,1 % |
Nord-, Mittel- und Südamerika | 0,4 % |
Naher und Mittlerer Osten und Afrika | 0,1 % |
INSGESAMT | 100 % |
Art der Anleger | |
Fondsmanager | 37,9 % |
Treasury-Abteilungen von Banken | 37,7 % |
Zentralbanken/öffentliche Einrichtungen | 13,4 % |
Versicherungen und Pensionskassen | 6,0 % |
Banken | 3,2 % |
Hedgefonds | 1,8 % |
INSGESAMT | 100 % |
| Zařazeno | st 08.03.2023 09:03:00 |
|---|---|
| Zdroj | Evropská komise en |
| Originál | ec.europa.eu/commission/presscorner/api/documents?reference=IP/23/1488&language=de |
| lang | de |
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