Präsidentin von der Leyen auf dem EU-Mexiko-Gipfel: „Wir heben unsere Partnerschaft auf eine ganz neue Ebene“.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, nahm am 22. Mai 2026 gemeinsam mit der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum und dem Präsidenten des Europäischen Rates António Costa am Gipfeltreffen EU-Mexiko in Mexiko-Stadt teil. Präsidentin von der Leyen bezeichnete die Zusammenkunft als historisch und betonte, dass das Gipfeltreffen zu zwei modernisierten Abkommen und einer umfassenden neuen Investitionsagenda und damit zu einer weitreichenden Aufwertung der Beziehungen zwischen der EU und Mexiko geführt habe. Die Partnerschaft stelle die Gemeinsamkeit von Werten wie Menschenrechte, Gleichstellung der Geschlechter und dem Bekenntnis zu einer gerechten und stabilen multilateralen Ordnung unter Beweis.
Im Mittelpunkt des Gipfeltreffens stand das aktualisierte Globalabkommen. Ursprünglich 1997 unterzeichnet, war es schon damals eines der ehrgeizigsten Abkommen, die Europa je geschlossen hat. Präsidentin von der Leyen betonte, dass der aktualisierte Text weit über die bisherige Vereinbarung hinausgehe: „Unser modernisiertes Abkommen vertieft unsere Zusammenarbeit im Bereich der Menschenrechte. Es bekräftigt unser Bekenntnis zu Multilateralismus, Frieden und globaler Stabilität. Es verankert auch unseren gemeinsamen Einsatz für Gleichberechtigung. Gerechtigkeit. Die Stärkung unserer Bürgerinnen und Bürger. Es spiegelt unsere Verpflichtungen im Rahmen des Übereinkommens von Paris wider. Und zum Schutz unseres Planeten“. Die Präsidentin würdigte Kommissionsmitglied Šefčovič und den mexikanischen Wirtschaftsminister Ebrard für ihren unermüdlichen Einsatz und den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen.
In Bezug auf den Handel wurden auf dem Gipfel wegweisende Verpflichtungen eingegangen, um auf beiden Seiten mehr Arbeitsplätze und Werte zu schaffen. Bei rascher Ratifizierung werden die Zölle auf praktisch alle mexikanischen Agrar- und Lebensmittelexporte nach Europa wegfallen. Im Gegenzug können Agrar- und Lebensmittelexporteure aus der EU bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr sparen. Über 11 000 europäische Unternehmen verfügen über Niederlassungen in Mexiko. Auf sie entfallen bereits jetzt mehr als 5 Millionen Arbeitsplätze vor Ort. Für diese Unternehmen wird es einfacher, zu investieren und Zugang zu Dienstleistungen und öffentlichen Aufträge zu erhalten. Das Abkommen erstreckt sich auch auf neue Bereiche, einschließlich des digitalen Handels und des öffentlichen Auftragswesens. Außerdem werden 568 geografische Angaben der EU und wichtige mexikanische Erzeugnisse wie Tequila und Tabasco-Kakao geschützt. „Das Ziel hier ist einfach“, so die Präsidentin: „Wir wollen auf beiden Seiten noch mehr Arbeitsplätze und Werte schaffen“.
In Ergänzung der Handelsverpflichtungen kündigte Präsidentin von der Leyen eine Investitionsagenda im Rahmen von Global Gateway an, Europas globaler Investitionsstrategie, mit der 5 Mrd. EUR in Mexiko mobilisiert werden sollen. Sie werde „die Energiewende mit 13 neuen Solar- und Windkraftprojekten vorantreiben. Und Projekte für saubere Mobilität – darunter neue Seilbahnen für Mexiko-Stadt.“ Strategische Sektoren wie Arzneimittel, digitale Netze und die Kreislaufwirtschaft fallen ebenfalls unter die Agenda. Die Agenda ist komplementär zum „Plan México“ von Präsidentin Sheinbaum und soll sich dynamisch im Laufe der Zeit weiterentwickeln, wobei parallel dazu neue Dialoge in den Bereichen Energie, Gesundheit und Digitales eingeleitet werden. Bei dem Treffen mit der Wirtschaftsdelegation anlässlich des Gipfels richtete Präsidentin von der Leyen ihre Botschaft direkt an die Investoren: „Dies ist der Moment, in unsere Partnerschaft zu investieren. Wenn Sie nach Berechenbarkeit streben. Nach attraktiven wirtschaftlichen Chancen Ausschau halten. In diesen volatilen Zeiten Wert auf offene Märkte legen. Das modernisierte Globalabkommen bietet Ihnen genau das.“
Darüber hinaus wurde auf dem Gipfeltreffen ein neuer Dialog auf hoher Ebene über Sicherheit und Migration vorgestellt. Präsidentin von der Leyen bezeichnete diese Themen als in Europa wie Lateinamerika gleichermaßen „dringend und komplex“.
Ein wichtiges Thema auf dem Gipfel war auch die Gleichstellung der Geschlechter. Durch die Gemeinsame Erklärung zu Handel und Gleichstellung der Geschlechter soll sichergestellt werden, dass das modernisierte Abkommen Frauen und Männern gleichermaßen zugutekommt. Zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Mexiko wurden sechs neue Projekte im Wert von 4 Mio. EUR vereinbart, um das umfassendere gemeinsame Engagement beider Seiten für die Rechte und die Stärkung der Rolle der Frau zu bekräftigen. Für Präsidentin von der Leyen sind diese Projekte eine Herzensangelegenheit. Am Vorabend des Gipfels fand eine Begegnung mit einer Gruppe indigener Frauen im Museum für Anthropologie statt. „Ihre Weisheit, Kraft und Führungsstärke sind eine nachdrückliche Erinnerung an den Reichtum und die Widerstandsfähigkeit der indigenen Völker Mexikos“, erklärte die Präsidentin und würdigte, dass die indigenen Gemeinschaften Wissen, Kultur und Würde über Generationen hinweg bewahrt hätten.
Zum Abschluss des Gipfeltreffens ging Präsidentin von der Leyen auf die tiefen kulturellen Bande zwischen Europa und Mexiko ein. Sie erinnerte an die Tausenden Europäer, die während der Kriege des letzten Jahrhunderts in Mexiko Zuflucht fanden, und an das Vermächtnis von Diego Rivera und Frida Kahlo: „Heute, denke ich, haben wir dieses reiche Erbe gewürdigt. Indem wir unsere Partnerschaft auf eine ganz neue Ebene heben“.
Gipfeltreffen EU-Mexiko
- Factsheet zu den Abkommen
- Factsheet zu Global Gateway
Modernisiertes Globalabkommen (MGA) und Interimsabkommen über den Handel (iTA):
- Fragen und Antworten
- Infografik – Wichtigste Fakten
- Factsheet – allgemeine Vorteile
- Factsheet – Landwirtschaft
- Factsheet – kritische Rohstoffe
- Factsheet – Nachhaltigkeit
Handelsbeziehungen EU-Mexiko
Handelsabkommen zwischen der EU und Mexiko
Media

| Zařazeno | st 27.05.2026 19:05:00 |
|---|---|
| Zdroj | Evropská komise de |
| Originál | ec.europa.eu/commission/presscorner/api/documents?reference=AC/26/1172&language=de |
| lang | de |
| guid | /AC/26/1172/ |
RSS - všechny zprávy
Vložit zprávy na www stránky