Rede der Präsidentin auf der COP28
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,
heute geht die Welt einen wichtigen Schritt, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Verwirklichung dieses Ziels beginnt mit dem Umbau des Energiesektors. Wie Sie alle wissen, entfallen 75 % der weltweiten Treibhausgasemissionen auf die Energiewirtschaft. Dieser Anteil muss zurückgehen. Wir brauchen mehr Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und wir müssen weniger Energie für die Produkte und Dienstleistungen einsetzen, die wir brauchen. Und wenn das stimmt, dann müssen wir uns selbst globale Ziele dafür setzen. Denn nur, was sich messen lässt, wird auch getan.
Aus diesem Grund haben wir vor acht Monaten die Idee ins Spiel gebracht, globale Ziele für erneuerbare Energien und für Energieeffizienz festzulegen. Das erschien ziemlich aussichtslos, ein fast unmögliches Unterfangen. Aber wir alle glaubten, dass es einen Versuch wert sei. Und in der Tat ist das Ergebnis verblüffend. Während Dr. Sultan noch sprach – und er war offensichtlich sehr überzeugend – schloss sich auch Mexiko auch unserer Verpflichtung an. Wir sind also nun 118 Länder von allen Kontinenten, die sich der Globalen Verpflichtung angeschlossen haben, die weltweite Energieeffizienz zu verdoppeln und die Kapazität der erneuerbaren Energien auf mindestens 11 Terawatt zu verdreifachen. Das ist aus mindestens drei Gründen eine gute Nachricht.
Erstens senden wir eine Botschaft der Hoffnung an alle Menschen, die eine erschwingliche Energieversorgung brauchen, damit die Lichter an bleiben, ohne dass die Luft zu verpestet wird, und damit sie ihr Essen kochen können, ohne schädlichen Rauch einzuatmen. Wir brauchen saubere Energie, die für alle erschwinglich und zugänglich ist. Die billigste Energie der Welt ist die Energie, die gar nicht erst verbraucht wird. Das wissen wir alle. Deshalb haben wir uns das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz bis 2030 zu verdoppeln. Und die billigste Energiequelle der Welt sind die erneuerbaren Energien. Daher das Ziel, die erneuerbaren Energien bis 2030 zu verdreifachen. Solarenergie, beispielsweise, ist heute zehnmal billiger als vor zehn Jahren.
Erneuerbare Energien schaffen neue und gute Arbeitsplätze. Heute gibt es weltweit mehr Beschäftigte im Bereich der sauberen Energien als im Bereich der fossilen Brennstoffe. In allen Regionen, in denen Arbeitsplätze im Bereich der fossilen Brennstoffe weggefallen sind, haben seit 2019 die Arbeitsplätze im Bereich der sauberen Energien diese Verluste bei Weitem aufgewogen. Der Umbau unseres Energiesystems ist also nicht nur gut für den Planeten, sondern auch für unsere Wirtschaft und für unsere Arbeitnehmer, weltweit.
Zweitens senden wir mit diesen Zielen auch ein klares Signal an die Wirtschaft und an die Investoren. Wir geben ihnen Klarheit und Berechenbarkeit für die Zukunft, wir sagen ihnen, wo es lang geht. So werden sie wissen, wie viel zusätzliche Kapazitäten wir bis 2030 benötigen. Und das wird ihnen dabei helfen, ihr Geschäft und ihre Investitionen zu planen. Mit den globalen Zielen kann dringend benötigtes privates Kapital mobilisiert werden.
Und mein dritter Grund ist, dass diese Ziele auch als Vergleichsmaßstab für die Verfolgung der Fortschritte dienen werden. Ich bin der Internationalen Energieagentur und der IRENA sehr dankbar für ihre Zusage, die gemachten Fortschritte zu messen und darüber Bericht zu erstatten. Denn – wie gesagt – nur, was sich messen lässt, wird auch getan.
Heute ist ein Tag zum Feiern. Wir haben ein wahrhaft globales Bündnis geschmiedet – aus großen Industrieländern, kleinen Inselstaaten und Entwicklungsländern. Wir kommen aus allen Teilen der Welt und haben sehr unterschiedliche Ausgangspositionen. Aber wir sind geeint durch eine gemeinsame Vision und ein einziges Ziel: nämlich unser Klima zu schützen und gleichzeitig das wirtschaftliche Potenzial der Energiewende auszuschöpfen. Ich möchte allen danken, die daran mitgewirkt haben. Zunächst einmal dem Vorsitz der COP28. Aber ich spreche auch allen Staats- und Regierungschefs, die sich von Anfang an für diese Initiative eingesetzt haben, meinen Dank aus: Präsident Ruto, Premierministerin Mottley, Präsident Biden. All jenen, die sich uns angeschlossen haben, um das zu schaffen. Vielen Dank. Dies ist ein großer Moment. Aber unsere Arbeit hat gerade erst begonnen. Bis 2030 bleibt nicht mehr viel Zeit. In den kommenden Tagen müssen wir dafür sorgen, dass diese Ziele in die Abschlusserklärung der COP aufgenommen werden.
Nicht zuletzt sind die Kapitalkosten für erneuerbare Energien in einigen Ländern prohibitiv hoch. Das ist die Botschaft, die ich vom Afrikanischen Klimagipfel aus Nairobi mitgenommen habe. Wir müssen also die notwendige finanzielle Unterstützung für die Länder bereitstellen, die sie brauchen. Deshalb freue ich mich, Ihnen bekanntgeben zu können, dass die Europäische Union in den nächsten zwei Jahren 2,3 Mrd. EUR aus dem EU-Haushalt in die Unterstützung dieser Energiewende in unserer Nachbarschaft und in aller Welt investieren wird. Denn, meine Freunde, jedes Land auf Erden hat saubere, erschwingliche und heimische Energie verdient.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Exzellenzen,
heute kann ein Wendepunkt sein, um saubere Energien in aller Welt verfügbar zu machen und die Welt wieder auf Kurs auf unser 1,5-Grad-Ziel zu bringen. Vielen Dank. Ich wünsche uns allen eine sehr erfolgreiche COP28.
Media
EU @ COP28 UAE - United Nations Climate Change Conference
Presidency Event – Fast tracking the Just, Equitable and Orderly Energy Transition
2023-12-02| Zařazeno | so 02.12.2023 17:12:00 |
|---|---|
| Zdroj | Evropská komise de |
| Originál | ec.europa.eu/commission/presscorner/api/documents?reference=SPEECH/23/6258&language=de |
| lang | de |
| guid | /SPEECH/23/6258/ |
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