Global Gateway: EU und Namibia vereinbaren die nächsten Schritte der strategischen Partnerschaft für nachhaltige Rohstoffe und grünen Wasserstoff

EU und Namibia vereinbaren die nächsten Schritte der strategischen Partnerschaft

Heute, am Vorabend des Global-Gateway-Forums, haben die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Präsident Namibias Hage Geingob den Fahrplan für die strategische Partnerschaft EU-Namibia für nachhaltige Rohstoff-Wertschöpfungsketten und erneuerbaren Wasserstoff gebilligt, der durch Investitionen der EU, ihrer Mitgliedstaaten und der europäischen Finanzinstitutionen in Höhe von 1 Mrd. EUR unterstützt wird. Die EU wird zudem eine Studie über die Entwicklung des Hafens von Walvis Bay zu einem Industrie- und Logistikzentrum für die Region, das zur Integration und wirtschaftlichen Entwicklung der Region beiträgt, unterstützen.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte: „Namibia wird dank seines großen Potenzials an erneuerbaren Energien zu einem Vorreiter im Bereich grüner Wasserstoff. Die EU ist stolz darauf, Namibia bei dieser Transformation hin zu einer umweltfreundlichen Industrialisierung als Partner zur Seite zu stehen. Gemeinsam können wir unsere Volkswirtschaften weiter dekarbonisieren, Arbeitsplätze schaffen und für eine wohlhabendere und grünere Zukunft unserer Gesellschaften sorgen.“

Der Präsident von Namibia, Hage Geingob, erklärte: „In Namibia ist man sich bewusst, dass die reichhaltigen erneuerbaren Energiequellen des Landes eine solide Grundlage bieten, auf der wir unsere Industrie nachhaltige und effektiv umweltfreundlich gestalten werden. In Namibia sind wir uns auch darüber im Klaren, dass wir das Potenzial nur dann vollumfänglich ausschöpfen können, wenn wir entsprechendes Kapital mobilisieren, bei dem die Risiken angemessen berücksichtigt und somit die Kapitalkosten optimiert sind. Dies ist ein Schlüsselelement, das den Eckpfeiler dieser transformativen Partnerschaft mit der EU bilden wird.“

Fahrplan für die Jahre 2023 bis 2025

Im November 2022 unterzeichneten Namibia und die EU eine Absichtserklärung über eine strategische Partnerschaft für nachhaltige Rohstoff-Wertschöpfungsketten und erneuerbaren Wasserstoff. In dem operativen Fahrplan, der heute für den Zeitraum 2023–2025 auf den Weg gebracht und gebilligt wurde, sind die konkreten Maßnahmen aufgeführt, mit denen die Partnerschaft ihre Ziele in enger Zusammenarbeit mit Interessenträgern aus dem Finanz- und Privatsektor der EU und Namibias voranbringen wird.

Die im Fahrplan vorgesehenen Maßnahmen beruhen auf den sechs Säulen, die in der Absichtserklärung vorgesehen sind:

  • Integration von Wertschöpfungsketten – unter anderem durch eine Zusammenarbeit mit der Industrie sollen Kooperationsmöglichkeiten bei Projekten zur Exploration und kommerziellen Entwicklung von kritischen Rohstoffen ermittelt, erleichtert und gefördert werden
  • Zusammenarbeit zur Bestimmung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien – insbesondere durch Kartierung und Bewertung stillgelegter Bergwerke sowie durch Unterstützung Namibias bei der Nutzung von Erdbeobachtungs- und Fernerkundungsmethoden für die Exploration von Ressourcen und für die Flächennutzungsplanung und -bewirtschaftung
  • Mobilisierung von Finanzmitteln für immaterielle und materielle Infrastrukturen – unter anderem für ausgewählte Projekte in den Bereichen Bergbau, Raffination und umweltfreundliche Mineralienverarbeitung (Wasser, Schiene, erneuerbare Energien) und für die Modernisierung der wichtigsten Verkehrskorridore (Hafen, Schiene, Straße)
  • Kapazitätsaufbau, Ausbildung und Kompetenzentwicklung – insbesondere Ermittlung des Ausbildungs- und Qualifikationsbedarfs im Bereich der Wertschöpfungsketten für Rohstoffe und grünen Wasserstoff sowie Verbesserung der einschlägigen Angebote von Team Europa in Zusammenarbeit mit der Industrie im Bereich der technischen und beruflichen Bildung
  • Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Innovation – insbesondere Förderung von Studien und gemeinsamen Forschungsprojekten sowie der Vernetzung in Forschung und Wirtschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette für kritische Rohstoffe
  • Angleichung der Rechtsvorschriften, insbesondere Unterstützung Namibias bei der Entwicklung einer nationalen Strategie für kritische Rohstoffe und der Verabschiedung eines Gesetzes über synthetische Kraftstoffe, um günstige Rahmenbedingungen für die Wasserstoffindustrie und die Produktion synthetischer Kraftstoffe zu schaffen und die Kompatibilität mit internationalen grünen Brennstoffen, der internationalen Zertifizierung und internationalen Normen sicherzustellen.

Ausbau des Hafens von Walvis Bay

Die EU wird auch eine Studie zur Entwicklung des Hafens von Walvis Bay unterstützen. Dieser Hafen ist der Zugangspunkt von der Atlantikseite zum Korridor zwischen Walvis Bay und Maputo, einem der elf strategischen Korridore, die die EU im Rahmen des Global-Gateway-Investitionspakets EU-Afrika unterstützen will. Sein Standort macht ihn zu einem natürlichen Tor für den internationalen Handel mit der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika, einer Region mit mehr als 300 Millionen Einwohnern.

Mit Unterstützung der EU wird Port of Antwerp-Bruges International einen Masterplan für multimodale Infrastruktur, Raumplanung und Marktorganisation für den Hafen von Walvis Bay entwickeln, um diesen Wandel zu einem regionalen Logistik- und Industriedrehkreuz für die Branche für grünen Wasserstoff und Derivate zu vollziehen. Die EU wird ferner die namibische Hafenbehörde dabei unterstützen, operative Spitzenleistungen zu erreichen.

Hintergrund

Die Europäische Union unterstützt mit der Europäischen Investitionsbank und mehreren Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Belgien und Finnland, nach dem Team-Europa-Ansatz den grünen Aufschwung Namibias im Einklang mit dem „Harambee Prosperity Plan II“, der „Vision 2030“ und der Global-Gateway-Strategie. Die Maßnahmen der Partnerschaft bauen auf dem Engagement Namibias für den ökologischen Wandel auf.

Das erste Wirtschaftsforum EU-Namibia findet am 24. und 25. Oktober in Brüssel statt, um Verbindungen zwischen Unternehmen sowie zwischen Unternehmen und Behörden zu fördern und Handels- und Investitionsmöglichkeiten insbesondere in den Bereichen erneuerbarer Wasserstoff und nachhaltige Rohstoffe zu fördern.

Die EU muss eine nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen, vor allem mit kritischen Rohstoffen, als wesentliche Voraussetzung für die Verwirklichung der Ziele in den Bereichen grüne und saubere Energie sicherstellen. Im Rahmen des Aktionsplans zu kritischen Rohstoffen hat die Kommission bereits begonnen, Partnerschaften mit ressourcenreichen Drittländern aufzubauen, wobei sie alle außenpolitischen Instrumente nutzt und ihre internationalen Verpflichtungen einhält. Neben der strategischen Partnerschaft mit Namibia hat die Kommission im Namen der EU bereits drei strategische Partnerschaften zu Rohstoffen geschlossen, nämlich mit Kanada (Juni 2021), der Ukraine (Juli 2021) und Kasachstan (November 2022). Die Partnerschaften ermöglichen es beiden Seiten, den Handel und Investitionen in eine sichere, nachhaltige und widerstandsfähige Rohstoffwertschöpfungskette zu fördern, was für den Übergang zu einer klimaneutralen und digitalisierten Wirtschaft von entscheidender Bedeutung ist.

Global-Gateway-Forum

Das Global-Gateway-Forum bringt Regierungsvertreter aus der Europäischen Union und der ganzen Welt sowie wichtige Akteure aus dem Privatsektor und der Zivilgesellschaft, Finanzinstitutionen und internationale Organisationen zusammen, um weltweit Investitionen in Infrastrukturen sowie nachhaltiges Wachstum und Resilienz zu fördern.

Bei diesem richtungsweisenden Treffen wird eine Reihe von geplanten strategischen Investitionen und Vereinbarungen mit Partnerländern vorgestellt, mit denen die Umsetzung der Global-Gateway-Strategie vorangetrieben werden soll. Mit dieser Strategie sollen im Zeitraum 2021-2027 bis zu 300 Mrd. EUR an öffentlichen und privaten Investitionen mobilisiert werden, um intelligente, saubere und sichere Verbindungen in den Bereichen Digitales, Energie und Verkehr zu fördern und die Gesundheits-, Bildungs- und Forschungssysteme zu stärken, und zwar indem statt Abhängigkeiten echte Verbindungen geschaffen werden und die weltweite Investitionslücke geschlossen wird.

Global Gateway ist ein attraktives Angebot an Partnerstaaten,– bei dem die soziale, ökologische und finanzielle Nachhaltigkeit im Mittelpunkt steht, langfristige Wachstumsmotoren durch einen 360-Grad-Ansatz, der sowohl harte als auch weiche Infrastrukturen berücksichtigt, gefördert werden und die Resilienz von Nationen, die strategische Autonomie anstreben, gestärkt wird. Diese Initiative bietet nachhaltige Investitionsmöglichkeiten, um den Wohlstand und die Sicherheit sowohl unserer globalen Partner als auch Europas zu erhöhen.

Weitere Informationen

Zusammenarbeit zwischen der EU und Namibia

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Namibia wird dank seines großen Potenzials an erneuerbaren Energien zu einem Vorreiter im Bereich grüner Wasserstoff. Die EU ist stolz darauf, Namibia bei dieser Transformation hin zu einer umweltfreundlichen Industrialisierung als Partner zur Seite zu stehen. Gemeinsam können wir unsere Volkswirtschaften weiter dekarbonisieren, Arbeitsplätze schaffen und für eine wohlhabendere und grünere Zukunft unserer Gesellschaften sorgen.
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission 2023-10-25

In Namibia ist man sich bewusst, dass die reichhaltigen erneuerbaren Energiequellen des Landes eine solide Grundlage bieten, auf der wir unsere Industrie nachhaltige und effektiv umweltfreundlich gestalten werden. In Namibia sind wir uns auch darüber im Klaren, dass wir das Potenzial nur dann vollumfänglich ausschöpfen können, wenn wir entsprechendes Kapital mobilisieren, bei dem die Risiken angemessen berücksichtigt und somit die Kapitalkosten optimiert sind. Dies ist ein Schlüsselelement, das den Eckpfeiler dieser transformativen Partnerschaft mit der EU bilden wird.
Hage Geingob, President of Namibia 2023-10-25

Der Fahrplan, den wir heute annehmen, steht für die Inhalte unserer Partnerschaft – konkrete Industrieprojekte, die sowohl der EU als auch der namibischen Wirtschaft zugutekommen, indem die Integration der Rohstoff-Wertschöpfungsketten gefördert wird. Diese Projekte bieten Namibia eine einzigartige Chance, Rohstoff-Wertschöpfungsketten zu entwickeln und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit der EU-Industrie zu stärken.
Kommissar Thierry Breton, zuständig für den Binnenmarkt 2023-10-25

Die Erweiterung des Hafens von Walvis Bay, um den Ausbau der neuen Industrie für grünen Wasserstoff zu ermöglichen, ist ein gutes Beispiel für eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit im Rahmen von Global Gateway. Wir setzen uns für nachhaltige Wertschöpfungsketten und strategische Verkehrskorridore in Afrika ein und bringen den ökologischen und den digitalen Wandel sowohl in Namibia als auch in der EU voran. Der heute angenommene Fahrplan ist eine konkrete Folgemaßnahme zu den Beratungen vom Januar in Windhoek. Er bietet den Team-Europa-Mitgliedern einen geeigneten Rahmen für die Ermittlung von Projekten mit hohem Potenzial, die Mobilisierung von Investitionen und die Förderung der Qualifizierung entlang der Wertschöpfungsketten für erneuerbaren Wasserstoff und Rohstoffe.
Jutta Urpilainen, Kommissarin für internationale Partnerschaften 2023-10-25


Zařazenoút 24.10.2023 18:10:00
ZdrojEvropská komise de
Originálec.europa.eu/commission/presscorner/api/documents?reference=IP/23/5263&language=de
langde
guid/IP/23/5263/

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