Auf dem heutigen Afrika-Klimagipfel in Nairobi haben die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und der kenianische Präsident, William Ruto, Kenias Strategie und Fahrplan für grünen Wasserstoff mit Unterstützung von Global Gateway, Europas Investitionsstrategie für die Welt, auf den Weg gebracht.
In dem zusammen mit EU-Experten ausgearbeiteten Fahrplan werden die Ambitionen Kenias für die Entwicklung seiner Industrie für grünen Wasserstoff ab jetzt bis 2032 und darüber hinaus abgesteckt. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und dem Wachstum des heimischen Marktes und auf Exporten. Außerdem werden spezifische Ziele in Bezug auf Emissionsminderung, Schaffung von Arbeitsplätzen und Direktinvestitionen festgelegt.
Im Rahmen von Global Gateway wird die EU fast 12 Mio. EUR an Zuschüssen bereitstellen, um öffentliche und private Investitionen in die kenianische Industrie für grünen Wasserstoff zu mobilisieren. Insgesamt werden über Global Gateway in Kenia 3,4 Mrd. EUR in den Bereichen Klima und Natur investiert – von der Entwicklung der Industrie für erneuerbare Energien über den Aufbau nachhaltiger landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten bis hin zu Klimaresilienz und Umweltschutz.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, erklärte: „Kenia ist ein wichtiger Verbündeter beim Kampf gegen den Klimawandel, wie die Initiative zur Ausrichtung des Afrika-Klimagipfels auf dem Weg zur COP 28 zeigt. Das ehrgeizige Ziel Kenias, seinen Energiebedarf bis 2030 zu 100 % aus sauberer Energie zu decken, ist eine Inspiration für andere Länder. Der Fahrplan für grünen Wasserstoff wird Kenia bei der Verwirklichung dieses Ziels unterstützen. Er wird dazu beitragen, Emissionen zu senken, eine für die Zukunft des Landes strategisch wichtige Industrie unterstützen und die Kapazität des Landes für Exporte in Partnerländer, u. a. in der EU, stärken. Dies ist bereits jetzt eine Erfolgsgeschichte, dank tatkräftiger Unterstützung von Global Gateway.“
Der Präsident der Republik Kenia, William Ruto, erklärte: „In der Strategie für grünen Wasserstoff wird der wirtschaftlichen Expansion, der Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten und der Förderung der ökologischen Verantwortung Vorrang eingeräumt. Sie gibt die Richtung vor, damit Kenia sich das Potenzial des grünen Wasserstoffs als treibender Kraft der Energiewende zunutze machen kann. Die grüne Wasserstoffwirtschaft wird die Ernährungssicherheit verbessern und insbesondere die Expansion der umweltfreundlichen Erzeugung von Tee, Kaffee, Gartenbauerzeugnissen, Blumen und Getreide aus Kenia fördern. Sie wird auch die Dekarbonisierung unserer Industrien und der Wirtschaft insgesamt erleichtern. Kenia dankt allen seinen Partnern, insbesondere der Europäischen Union, Deutschland und der EIB, für die andauernde Partnerschaft und Kooperation und wird die Zusammenarbeit mit allen afrikanischen Ländern intensivieren.“
Hintergrund
Strategie und Fahrplan für grünen Wasserstoff
Mit seinem aktualisierten national festgelegten Beitrag hat sich Kenia das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um ein Drittel zu senken. Bei der Energiewende ist das Land ein Vorreiter und hat bereits erhebliche Fortschritte erzielt: Kenia deckt schon jetzt über 90 % seines Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen.
Die Partnerschaft zwischen der EU und Kenia konzentriert sich darauf, die Investitionen in die Infrastruktur für saubere Energie zu beschleunigen, um das Ziel des Landes, seine Stromversorgung bis 2030 zu 100 % auf erneuerbare Quellen umzustellen, zu verwirklichen.
Die Strategie und der Fahrplan für grünen Wasserstoff für Kenia wurden im Rahmen der globalen Fazilität für technische Hilfe der EU für nachhaltige Energie ausgearbeitet, die Tätigkeiten wurden vom Energieministerium und wichtigen kenianischen Interessenträgern gesteuert und verwaltet.
Dank der starken Innovationskultur Kenias, eines stabilen Unternehmensumfelds und seines Engagements für nachhaltige Entwicklung führen dort bereits viele Unternehmen Projekte im Bereich grüner Wasserstoff durch. Dieser Fahrplan wird Investoren die nötige Sicherheit geben und klare Ziele für die Entwicklung der Branche setzen.
Durch die Ersetzung von importiertem Wasserstoff als Rohstoff für die Herstellung von Düngemitteln oder Methanol durch im Inland hergestellte grüne Alternativen wird Kenia in der Lage sein, den Aufbau neuer industrieller Prozesse zu fördern, Versorgungsrisiken zu mindern und die mit der Volatilität der Marktpreise verbundenen Unsicherheiten zu verringern.
Grüner Wasserstoff stellt daher einen vielversprechenden Weg dar, um Chancen für eine nachhaltige Fertigung zu erschließen und die Industrialisierung voranzutreiben und dabei gleichzeitig zu mehr Ernährungssicherheit im Land und in der Region beizutragen.
Global Gateway-Klimainvestitionen in Afrika und Kenia
Team Europa ist der weltweit größte Geber für Klimafinanzierung und stellt mindestens ein Drittel der weltweiten öffentlichen Klimafinanzierung bereit. Allein im Jahr 2021 haben die EU und ihre Mitgliedstaaten mehr als 23 Mrd. EUR zur internationalen öffentlichen Klimafinanzierung beigetragen. Das mit 150 Mrd. EUR ausgestattete Global-Gateway-Investitionspaket Afrika–EU soll Afrika bei einem starken, inklusiven, grünen und digitalen Aufschwung und Wandel unterstützen.
In Kenia investiert Global Gateway in die grüne Wirtschaft, die digitale Wirtschaft und die grüne Mobilität. So unterstützt die EU beispielsweise die Entwicklung und Inbetriebnahme der Elektro-Schnellbus-Linie „Nairobi Clean Bus Rapid Transit Line 3“ (BRT 3) als Teil des strategischen Nordkorridors zur Förderung von Handel, Beschäftigung und Wohlstand in Kenia und der Region. Hierfür setzen Team Europa und Kenia Investitionen von bis zu 350 Mio. EUR ein. Im Rahmen dieses Vorhabens wird die erste spezielle Elektrobus-Linie in Ostafrika gebaut.
* Aktualisiert am 5.9.2023 um 11:30.
| Zařazeno | út 05.09.2023 11:09:00 |
|---|---|
| Zdroj | Evropská komise de |
| Originál | ec.europa.eu/commission/presscorner/api/documents?reference=IP/23/4324&language=de |
| lang | de |
| guid | /IP/23/4324/ |
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