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European Union  |  April 16, 2024 09:44:00, updated

EU sagt insgesamt 896 Mio. EUR für humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe für Sudan zu


Humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe für Sudan

Ein Jahr nach Ausbruch des Konflikts in Sudan hat die EU heute gemeinsam mit Frankreich und Deutschland die internationale Konferenz über humanitäre Hilfe für Sudan und die Nachbarländer ausgerichtet. Mit der Konferenz soll die Unterstützung für die leidenden Menschen in einer der inzwischen weltweit schwersten humanitären Krisen und der global größten Vertreibungskrise verstärkt werden.

Konkret hat die Europäische Kommission 355 Mio. EUR an humanitärer Hilfe und Entwicklungshilfe für Sudan und seine Nachbarn zugesagt. Zusammen mit der Zusage der EU-Mitgliedstaaten in Höhe von 541 Mio. EUR beläuft sich die auf der Konferenz zugesicherte EU-Unterstützung für Sudan auf insgesamt 896 Mio. EUR.

Die Mittel der Europäischen Kommission werden über humanitäre Organisationen an die schutzbedürftigsten Menschen weitergeleitet, die unter den Folgen des Konflikts in Sudan selbst leiden, aber auch an diejenigen, die in Nachbarländern Zuflucht gesucht haben. Mit der EU-Hilfe erhalten Gemeinschaften Gesundheits- und Ernährungsversorgung, Nahrungsmittelhilfe, Wasser- und Sanitärversorgung, Unterkünfte sowie Schutz und Bildung für die schutzbedürftigsten Bevölkerungsgruppen – Binnenvertriebene, Flüchtlingsfamilien und Aufnahmegemeinschaften.

Hintergrund

Am 15. April 2023 brachen in Sudan bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF) aus. Diese Entwicklung war auf einen langwierigen politischen Stillstand nach dem Militärputsch im Jahr 2021 zurückzuführen. Schon vor dem Ausbruch der Gewalt hatte die politische, sicherheitspolitische und wirtschaftliche Instabilität in Verbindung mit einer schlechten Ernte zur schlimmsten humanitären Krise seit zehn Jahren geführt. Die EU hatte ihre humanitäre Hilfe zur Unterstützung der schutzbedürftigsten Bevölkerungsgruppen bereits aufgestockt.

Der Bedarf an humanitärer Hilfe war bereits vor April 2023 hoch: 15,8 Millionen Menschen (etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung) benötigten humanitäre Hilfe, darunter 11,7 Millionen Menschen, die von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen waren. Aktuellen Schätzungen zufolge liegen die Zahlen derzeit bei 24,8 Millionen Menschen, die humanitäre Hilfe brauchen (etwa die Hälfte der Bevölkerung), und 17,7 Millionen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffenen Menschen – eine Rekordzahl mitten in der Erntesaison.

Inzwischen hat Sudan mit über 9 Millionen innerhalb des Landes vertriebenen Menschen die weltweit größte Zahl von Binnenvertriebenen.

Nachbarländer, die mit ihren eigenen internen Herausforderungen konfrontiert sind, müssen nun auch noch den massiven Zustrom von Flüchtlingen aus Sudan in ihre Hoheitsgebiete bewältigen. Insgesamt sind mehr als 2 Millionen Menschen aus Sudan in die Nachbarländer geflohen.

Weitere Informationen:

Humanitäre Hilfe der EU für Sudan

EU gibt Mittelzuweisung in Höhe von 117 Mio. EUR an humanitärer Hilfe für Tschad und Sudan bekannt

Quote

Der bereits ein Jahr andauernde Konflikt in Sudan hat zu einer katastrophalen humanitären Lage geführt. Da die Hälfte der Gesamtbevölkerung des Landes von Hunger bedroht ist, schließt sich rasch das Zeitfenster, in dem wir das Schlimmste noch verhindern können. Deshalb ist die heutige Konferenz dringend nötig. Mit der heutigen Zusage von fast 896 Mio. EUR zeigt die EU ihre Entschlossenheit, dem sudanesischen Volk zur Seite zu stehen. Unsere Priorität liegt weiterhin in der Umsetzung eines Waffenstillstands und die Bereitstellung humanitärer Hilfe. Der Grundsatz der Rechenschaftspflicht muss angewendet werden, auch mithilfe der Verhängung von Sanktionen. Wir müssen stärker koordinieren, auch in Bezug auf die Mediation. Und wir müssen die Vertreter der Zivilgesellschaft weiterhin unterstützen, damit sie zur Gestaltung des Friedensprozesses beitragen können. Die internationale Gemeinschaft muss der Lösung dieses Konflikts Priorität einräumen – selbst wenn der globale Kontext derzeit von zahlreichen Krisen geprägt ist.
Hoher Vertreter/Vizepräsident Josep Borrell 2024-04-14

Während andere verheerende Krisen die Weltnachrichten beherrschen, geht das Leiden im Sudan fernab der öffentlichen Wahrnehmung weiter. Die Europäische Kommission, Frankreich und Deutschland fordern die Welt auf, sich nicht abzuwenden. Ein Jahr nach Ausbruch des Krieges steht Sudan vor dem Zusammenbruch. Mit seinen fast 50 Millionen Einwohnern ist in dem Land eine der schlimmsten humanitären Katastrophen auf dem afrikanischen Kontinent entstanden. Es besteht das Risiko, dass sie sich zur größten Hungersnot seit zehn Jahren entwickelt mit verheerenden Folgen für die schutzbedürftigsten Bevölkerungsgruppen nicht nur in Sudan selbst, sondern auch für die Flüchtlinge, die in den Nachbarländern Zuflucht suchen. Unterdessen wird das humanitäre Völkerrecht nach wie vor unverhohlen ignoriert, sodass die Lage in Sudan auch zu einem der schrecklichen Schutznotstände der Welt zählt. Um dies wirkungsvoll zu ändern, muss die internationale Gemeinschaft unverzüglich gemeinsam handeln und dem sudanesischen Volk helfen. Dazu muss sie ihr Augenmerk auf das Leid der sudanesischen Bevölkerung richten, mehr humanitäre Hilfe leisten und die Achtung des humanitären Völkerrechts fordern. Die EU wird weiterhin ihren Teil an dieser globalen Verantwortung tragen.
Janez Lenarčič‚ Kommissar für Krisenmanagement 2024-04-14

Der Konflikt in Sudan hat verheerende Auswirkungen in der gesamten Region. Wir müssen umgehend und solidarisch handeln, lebenswichtige Hilfe leisten, um das Leid zu lindern, und den Weg für Stabilität in Sudan und seinen Nachbarländern ebnen. Aufseiten der Entwicklungshilfe reagiert die EU darauf, indem sie schutzbedürftigen Gemeinschaften, die unter Konflikten und Klimawandel leiden, den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen erleichtert. Die heutige Konferenz zeigt, dass die EU entschlossen ist, die von dieser humanitären Krise betroffenen Menschen zu unterstützen.
Jutta Urpilainen, Kommissarin für internationale Partnerschaften 2024-04-14

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